Quantumpair

Reality by Observation

AMDzone.com Hat Den Dünnblick

Der Artikel beginnt, indem der Autor Chris Tom sich kurz an seine Kindheit erinnert und welche Computer er hatte. Dann erklärt er, wie die Rückkehr von Steve Jobs zu Apple und dem damit verbundenen „Aufräumen“ bei Apple seine Entscheidung dahingehend beeinflusste, sich einen Dell Rechner zu kaufen: Jobs hatte Chris’ Lieblinge, die PowerComputing Kisten, eingestampft, und er hatte es auch gewagt, BeOS zu verkrüppeln. Mit dem Hinweis, dass BeOS sich an die PC-Platform wandte, um für eine Weile zu florieren, nur um dann von Palm aufgekauft und in PalmOS einverleibt zu werden, konkludiert Chris Tom, dass damit Apple’s Aktien-Fall begonnen habe. Die Leute seien Apple reihenweise zu Dell abgelaufen, oder sonstwem, und was übrig geblieben wäre? Einige Adobe User, Final Cut Pro Freunde sowie einige Frauen, die die Farben des iMac so mögen (Chris hat’s echt drauf, was?).

Wie dem auch sei, der Artikel kommt nun langsam zur Keynote, von der er sagt sie habe ein Publikum das Jobs eh nicht habe enttäuschen können (Der durchschnittliche Applaus aber war weniger als auch schon!). Langsam merke ich immer mehr, wie Chris eine Wespe ist, die um meinen Kopf schwirrt und die ganze Zeit nach dünner Haut sucht – Zitat: „The 64 bit PowerPC 970 designed by IBM, but Apple would like to lead you to believe they spearheaded design. The PowerPC 970 shares many qualities of the Opteron, and you will be certain that no AMD CPU is ever mentioned during Job’s presentation.“

Ha, Got you Chris! Da ist einer beleidigt! Och herrje, das ist eigentlich eine AMD CPU, und keiner gibt das zu – wie gemein: „The G5 system takes advantage of HyperTransport which of course is an AMD technology, but AMD was never thanked in Jobs speech. Al Gore, internet creator, was shamelessly trotted out by webcam however“. Vielleicht ist es falsch aber ich habe nie das Gefühl gehabt AMD habe sich sonderlich um HyperTransport gekümmert? Abgesehen davon dass HyperTransport seit Langem ein Open Standard ist. Aber den eingeschleusten Humor über Al Gore’s Verdienste würdige ich! Ehrlich!

Aber es hört ja nicht auf, wir sind noch am Anfang – denn nun wird argumentiert (in Bezug darauf, dass der G5 der schnellste Desktop Computer ist, von mir aus mehr oder weniger), der G5 sei eher eine Workstation und ebenso seien es die Benchmarks – DAS spiele aber insofern eine kleinere Rolle als das 64bit OS X ja noch nicht lieferbar sei, was Steve Jobs gefliessentlich unter den Tisch gekehrt habe (Ich kann Chris den TimeCode der Stellen in der Keynote angeben, wo er sagt Panther ist noch nicht fertig. Wird halt vielleicht ne längere Liste dann *gg*). Hingegen führt der Autor aus, wie nVidia den tollen nForce3 Chip fertig habe für den Opteron und SuSE Linux 64 auch verfügbar sei während Windows 64 gerade getestet würde.

Geltenlassen denke ich muss man das Argument, dass es Opteron Systeme VOR Apple Powermacs G5 gab und gibt. Stellt sich nur wieder die rosa Frage, ob der Opteron und/oder der G5 Desktops oder Workstations sind…

Beim Vergleich der Systembusse will er den 1Ghz Bus des G5 dämpfen, da sowohl der Pentium 4 als auch der Opteron auch schon bei 800 Mhz sind. Nur sind das einerseits wieder nur Taktraten und andererseits ist der P4 Bus quadpumped wie Intel sagt, rennt also mit 200 Mhz und übertragt pro Taktflanke 2x. Wie dem auch sei, hier geht Chris rasch zum nächsten Thema über, indem er beschliesst, es müsse sich erst herausstellen, welche CPU aus beiden so schnellen Bussen mehr herausholen kann. Das ist richtig aber er hätte die Bus Topologien ansehen müssen ebenso wie die Northbridges und die Protokolle. Korrekt sagt Chris aber auch, dass der PowerPC 970 bzw der G5 nicht der erste Rechner mit diesen dedizierten Speicherbussen ist, das kann der Opteron zumindest ähnlich auch, aber natürlich nicht so schnell (nur 5.3GB/s) ;–)

Der DDR400 Speicher des G5 stellt für Chris denn auch nichts tolles dar, lapidar meint er nur, “registered ECC” wären was Nettes gewesen – unter Anspielung darauf, dass der Opteron ECC Speicher ansprechen kann. Ob das der G5 kann weiss ich nicht, ich glaube aber es sind keine ECC DIMM-Steckplätze (mehr Pins). Naja der XServe2 wird das haben ;–)

Die Argumentationsmethoden sind oft haarsträubend, meiner Meinung nach. Beispielsweise wird vorgetragen, der AGP8x Port vom PowerMac G5 sei ja gar nichts neues. (Zur Rekapitulation: Da werfen sich PC Freaks enerviert in die Tasten ob des neuen G5, aber es stellt sich heraus sie sind nicht einmal dazu in der Lage, einer Keynote zuzuhören. Wenn man nachher darüber sich äussern will, muss man genau hinhören, damit man akkurat bleibt). Steve Jobs hat mit KEINEM Wort gesagt AGP 8x sei das Neueste und Apple seien die Ersten! Haha – nein Steve hat gesagt WEIL das so eine schnelle Maschine werde sollte, haben sie natürlich auch auf AGP8x zurückgegriffen. Er sagte explizit dass es schon da war und dass es schnell ist und sie es daher genommen hätten. Ausserdem haben sie es (GENAU wie bei ALLEN “PC-Standards” bisher, ATA, PCI, USB, AGP) zu DEM Zeitpunkt adaptiert, als es auf der PC Seite stabil zu laufen begann. Zudem möchte ich gerne betonen dass AGP8x /= AGP8x Pro ist (AGP 8x heisst: Pro Takt 8 Übertragungen auf 32Bit bei einem Takt von 66.6 MHz bei 0.8Volt Singal. Das „Pro“ heisst dass die Karte mehr Saft ziehen kann und zwar bis zu sagenhaften 110 Watt! Verdeckt dabei aber 2 PCI’s).

Zu PCI-X meint er, PCI Express sei die bessere Wahl; sagt einmal PCI-X sei für Server, dann wieder “klar brauchen viele Desktops PCI-X” — nur um sich 2 Absätze später zu „erinnern“, dass der dabei verwendete Chip (HT und PCI-X) derselbe sei wie auf AMD Boards. So kann man sich argumentativ in den Schwanz beissen *gg*. Zudem, ist es gut oder schlecht für AMD wenn jemand AMD Chips kauft und verbaut? In einem Nebensatz sei mir die Bemerkung erlaubt, dass die Webseite von Hypertransport irgendwie versteckt wurde, guckstu.

„Airport ist der verrückte Name mit dem Apple den 802.11g Standard benennt“ fährt der Profi-Analyst weiter aus, und es sei eine Verarschung weil die versprochenen Transferraten nicht eingehalten würden und was BlueTooth angehe, würde er keinen kennen der es je versucht habe und Überhaupt, es gebe noch viel mehr Probleme mit Bluetooth als mit WLAN. Zudem habe man davon schon 1999 gehört (Im selben Jahr kündete AMD den Opteron, damals noch ein „Hammer“ schon mal an vorsichtshalber).

Richtig verärgert scheint er ob der richtigen Tatsache zu sein, dass Apple keine Opterons oder Athlon XP nahm, um die SPEC Werte zu vergleichen. Ich bin eher AMD als Intel zugeneigt, aber der Pentium4 ist schlicht und einfach schneller in der Praxis, das ist gar keine Frage. Leider. Doch zurück zu den SPECs. Dort kreidet er Apple an, die Daten zu den getesteten Systemen nicht veröffentlicht zu haben, und langsam frage ich mich ob der einfach nur die Keynote als Informationsquelle herangezogen hat? Auf der Apple Webseite war er mit Sicherheit nicht, und schon gar nicht hat er das PDF bei VeriTestgelesen oder verstanden. Nochmals und nochmals: SPEC sind keine Benchmarks aus der realen Welt, und sie sind (nachwievor meine pers. Meinung) keine guten Benchmarks, da sie die System in einer derart verkrüppelten synthetischen Umgebung testen, dass man ausser theoretischen Betrachtungen damit nix anfangen kann. Und genau deswegen sorgen sie auch immer wieder für Kontroversen, wenn sogenannte „real world tests“ gänzlich andere Werte zeigen. Siehe die jüngsten Werte mit einem in KEINSTER WEISE auf Mac optimierten After Effects Test, oder den Dingen die uns der Logic-„Schwabe“ gezeigt hat.

Teil 2 folgt – Mr. Mike kümmert sich um den Artikel von Haxial. Be prepared.